Beauftragungsfeier der Notfallseelsorge

Wenn sie gebraucht werden, sind sie da. Egal, ob Tag oder Nacht. Und das auch in ihrer Freizeit. Fünf weitere Frauen und Männer haben die katholische und die evangelische Kirche im Kreis Steinfurt gestern (16.11.2017) in Rheine für den ehrenamtlichen Dienst in der ökumenischen Notfallseelsorge beauftragt. Zuvor wurden sie in Theorie und Praxis vorbereitet. Zu den häufigsten Aufgaben der Notfallseelsorger gehören der Beistand bei häuslichen Todesfällen und die Überbringung von Todesnachrichten. 2017 wurde das Team, das aktuell aus 45 Haupt- und Ehrenamtlichen besteht, 120 Mal gerufen - so oft wie niemals zuvor.

Die Ernennung von Hedwig Laumann (Saerbeck), Meinhard Audick (Recke), Sabine Breyer (Saerbeck), Monika Hoelzel (Ibbenbüren) und Gabriele Ludwigs (Steinfurt) erfolgte in einem ökumenischen Gottesdienst. Diesen feierten Kreisdechant Markus Dördelmann, Superintendent André Ost (Kirchenkreis Tecklenburg) und Alexandra Hippchen, evangelische Koordinatorin für die Notfallseelsorge im Münsterland. Eine Verlängerung ihrer Beauftragung, die für drei Jahre gilt, erhielten Irmgard Radink, Karin Gözze (beide Steinfurt), Edeltraud Eiken-Hunfeld (Recke) und Michael Thelen (Greven).

Kreisdechant Markus Dördelmann griff in seiner Predigt das Gleichnis vom barmherzigen Samariter auf: „Er hat sein Herz sprechen lassen und dem verletzten Mann geholfen.“ Genau dies täten die Notfallseelsorger. Bei allem, was sie in den vergangenen Monaten als Grundlagen gelernt hätten: „Man muss auch mit dem Herzen in die Einsätze gehen“. Pfarrerin Hippchen dankte anschließend besonders den neuen Notfallseelsorgern für ihre Bereitschaft, den Dienst zu übernehmen: „Wir dürfen uns dabei von Gott getragen wissen.“ Es sei nicht immer leicht, da zu bleiben, die Notlage auszuhalten, emphatisch zu sein: „Doch wir bieten dem Chaos die Stirn.“ Landrat Dr. Klaus Effing, der Schirmherr der Notfallseelsorge im Kreis Steinfurt ist, bedankte sich später beim Abendessen bei allen haupt- und ehrenamtlichen Notfallseelsorgern für ihren wertvollen Dienst.

Nach Gottesdienst und Beauftragung legte Angela Budke die Statistik der zurückliegenden Monate vor. Bis Mitte November fuhren die Notfallseelsorger zu 120 Einsätzen raus. 422 Personen hat das Team bis heute betreut – 229 Frauen, 193 Männer, davon 38 Kinder. Besonders viele Notfallseelsorger waren beim Busunglück während des Reformationsfestes in Tecklenburg im September im Einsatz - die einzige sogenannte Großschadenslage bisher in diesem Jahr.

In 38 Prozent der Fälle kümmerten sich die Notfallseelsorger bei Todesfällen zu Hause um die jeweilige Familie, in 27 Prozent der Fälle überbrachten sie gemeinsam mit der Polizei Angehörigen Todesnachrichten. Die Zahl der Einsätze nach Suiziden (zwölf Prozent) ist laut Statistik weiter zurückgegangen. Hingegen wurden die Notfallseelsorger häufiger zu schweren Verkehrsunfällen gerufen, um Opfer, Unfallverursacher, Ersthelfer und Zeugen zu betreuen (16 Prozent).

„Die Einsatzorte verteilten sich über den ganzen Kreis Steinfurt“, berichtete Budke weiter. Mit durchschnittlich 27 Minuten Fahrtzeit zu den Einsatzorten liegen die ehrenamtlichen Notfallseelsorger gut in der vorgegebenen Zeit. Spätestens in 30 bis 40 Minuten sollten sie am Ort des Geschehens sein. Durchschnittlich dauerten die Einsätze drei Stunden. Das Team hat in diesem Jahr bislang 350 ehrenamtliche Stunden geleistet.

Im Rahmen der Beauftragungsfeier hieß es auch Abschied nehmen. Nach 17 Jahren gab Diakon Peter Siefen aus Rheine seine violette Notfallseelsorger-Jacke ab. Kreisdechant Dördelmann und Superintendent Ost dankten ihm für sein kompetentes und professionelles Engagement. Seit 2011 hatte Siefen katholischerseits die Notfallseelsorge im Kreis Steinfurt koordiniert.


Text: Bischöfl. Pressestelle
Foto: Kreisdekanat Steinfurt
17.11.2017

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