EFL-Beratungsstellen legen Jahresbericht vor

Die EFL-Leiterinnen der Beratungsstellen im Kreisdekanat Steinfurt (v.l.n.r.): Christel Kaul-Richters, Eleonore Meiners, Dortothee Valk, Ursula Frank-Lösing.

2041 Menschen, davon 1234 Frauen und 807 Männer, haben im vergangenen Jahr bei der Bewältigung einer schwierigen persönlichen Lebenssituation Unterstützung in einer der sechs Ehe-, Familien- und Lebensberatungsstellen (EFL) des Bistums Münster im Kreis Steinfurt gefunden. 5786 Gespräche wurden geführt, davon 1584 Paargespräche, in denen beide Partner gemeinsam ihre Situation reflektierten und sich um eine Lösung bemüht haben. Die Zahlen gehen aus dem gemeinsamen Jahresbericht 2016 der EFL-Beratungsstellen im Kreisdekanat Steinfurt hervor.

„Unsere Statistik zeigt, dass die Resonanz in der Bevölkerung gut ist“, zieht Ursula Frank-Lösing, Leiterin der Beratungsstelle in Greven und Emsdetten, stellvertretend auch für ihre Kolleginnen aus den Beratungsstellen in Ibbenbüren, Lengerich, Rheine und Steinfurt Bilanz. Der Bericht mache aber auch deutlich, dass die Gestaltung des eigenen Lebens und die Herausforderungen an Ehe, Partnerschaft und die verschiedenen Familienlebensformen anspruchsvoller geworden seien.

Einen Schwerpunkt in ihrem Bericht für 2016 haben die Leiterinnen auf die Traumaberatung gelegt. Insgesamt 1474 Beratungsfälle hat es im vergangenen Jahr gegeben. „Traumatisierende Erlebnisse spielen bei persönlichen Krisen oft erst auf den zweiten Blick eine Rolle“, sagt Frank-Lösing. Verursacht werde ein Trauma durch ein Erlebnis, das die betroffene Person überfordere und nicht selten Todesängste und nicht selten existenzielle Ängste auslöse – körperliche/sexualisierte Gewalt, Vernachlässigung, seelische Gewalt, Verlust, Erkrankungen, Unfälle, Katastrophen, Krieg, Flucht, Vertreibung. „In bestimmten Situationen kommen die Erinnerungen daran hoch und lösen vergleichbare Emotionen aus“, erklärt die Beratungsstellenleiterin.

Betroffene verstehen sich und ihre starken Gefühle oft selber nicht. In einer traumaspezifischen Beratung gehe es zunächst vor allem darum, das eigene oftmals als „verrückt“ erlebte Verhalten als normales Verhalten in einer nicht normalen Situation zu verstehen. Lernen, mit dem Trauma umzugehen, sich selbst zu beruhigen – das ist eines der wichtigen Beratungsziele. Menschen mit einem Trauma brauchen eine äußere Sicherheit und Möglichkeiten, ihren Stress zu regulieren. Eine Traumaberatung kann auch Vorbereitung für eine spätere Traumatherapie sein, die sich anschließen kann.

„Wir motivieren unsere Klienten immer wieder, wertschätzend und fürsorglich mit sich selbst umzugehen und bewusst auf das Positive und Erfreuliche im Leben zu schauen.“ Ursula Frank-Lösing hat auch einige Hilfen, was Betroffene tun können: sich eine Alltagsstruktur geben, Hobbys nachgehen, Kontakte pflegen, schweren Gedanken nicht zu lange nachgehen, genießen lernen, singen, wohlwollend auf sich und andere schauen.

Betroffene können sich in den EFL-Beratungsstellen des Bistums Münster in Emsdetten (Telefon 02572  9419019), Greven (Tel. 02571 986581), Ibbenbüren (Tel. 05451 500223), Lengerich (Tel. 05481 9020880), Rheine (Tel. 05971 96890) und Steinfurt, (Tel. 02551 864446) melden.

Alle EFL-Beratungsstellen im Kreis Steinfurt sind unter www.kreisdekanat-steinfurt.de/efl aufgelistet. Weitere Informationen gibt es auch im Internet unter www.ehefamilieleben.de.


Text: Bischöfl. Pressestelle
Foto: EFL-Beratung
27.06.2017

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