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Caritas-Tour

Der neue Vorstand des Caritasverbandes für die Diözese Münster besuchte die örtlichen Caritasverbände im Kreis Steinfurt und kam mit Tafel-Mitarbeitenden ins Gespräch.

Während die Supermärkte weniger Lebensmittel abzugeben hätten, seien die Tafeln zunehmend auf Spenden aus der Bevölkerung angewiesen, berichtet Barbara Berardis vom SkF Ibbenbüren beim Besuch des neuen Vorstands des Caritas-Diözesanverbands Münster im Kreis Steinfurt.

„Bei den Lebensmitteln stoßen wir an Grenzen. Es gibt Tage, an denen wir keine Milch mehr ausgeben können, keinen Käse.“ So beschreibt Stefan Dieckmänncken die aktuelle Lage bei der Tafel des Caritasverbands Rheine. Er war einer von etlichen Ehrenamtlichen aus dem Kreis Steinfurt, auf die der neue Vorstand des Diözesanverbands Münster bei seiner „Caritas-Tour“ durch das Bistum traf.

Im Kaufhaus der Caritas (KadeCa) des Caritasverbands Emsdetten-Greven war Armut das Thema, welche Rolle die Tafeln bei ihrer Linderung spielen und vor welchen Problemen Mitarbeitende dabei stehen können. Eine starke Würdigung insbesondere des freiwilligen Engagements sprach Pia Stapel auch für ihre Diözesan-Vorstandskollegen Pfarrer Dr. Christian Schmitt und Dominique Hopfenzitz aus: „Ehrenamtliche sind das Rückgrat der Caritas. Darin fühle ich mich durch diesen Besuch ein weiteres Mal bestärkt.“

Das große Problem konnten die lobenden Worte natürlich nicht aus der Welt schaffen: Armut und ihre Folgen, verstärkt durch die aktuellen Krisen. Von wöchentlich auf alle 14 Tage habe man die Ausgabezeiten umgestellt, berichtete Barbara Berardis von der Tafel des Sozialdienstes Katholischer Frauen (SkF) in Ibbenbüren. Wie überall, gehen in Ibbenbüren Lebensmittelspenden der Supermärkte zurück. Was in den Tafeln ankomme, sei knapp, die Einrichtungen seien auf zusätzliche Spenden aus der Bevölkerung angewiesen.

Wie umgehen mit dieser stetigen Gefahr der Knappheit? „Es kann sein, dass unsere Kundinnen und Kunden weniger bekommen“, erklärte Sophie Oberfeld, beim Caritasverband Emsdetten-Greven zuständig für vier Ausgabestellen, unumwunden. „Wenn die laufenden Supermarktspenden aufgebraucht sind, würden wir den Kunden, die noch nichts bekommen haben, gerne haltbare Lebensmittel mitgeben können“, beschrieb sie ihren Wunsch. Deshalb würden zusätzliche Spenden immer wichtiger. Dabei klettere die Zahl derer, die auf die Tafel angewiesen sind, seit Jahresbeginn infolge des Kriegs in der Ukraine und steigender Preise immer weiter. 3.100 Menschen nutzten aktuell die Angebote allein in Greven, Emsdetten und Saerbeck.

„Wir kommen räumlich und beim Ehrenamt an unsere Kapazitätsgrenzen“, stellte Dieter Fühner, Vorstand des Caritasverbands Rheine, fest. Während die Tafeln immer wichtiger und der Bedarf bei Menschen in Notlagen immer größer würden, beklagte er teilweise mangelnde Informiertheit in Verwaltung und Politik über deren Arbeit. 

Die Rolle der Tafeln als Einstieg in umfassendere Beratung und Begleitung, die menschlichen Kontakte zwischen Ehrenamtlichen und ihren Kunden, die „unglaubliche Kreativität und das Durchhaltevermögen der freiwillig Engagierten beim Lösen von Problemen und Meistern von Herausforderungen“ (Oberfeld), die steigenden Energiekosten auch beim Betrieb der Tafeln: Das Trio des Diözesan-Caritasvorstands kam zu vielen Aspekten der Tafel-Arbeit im KadeCa in Emsdetten mit den Ehren- und Hauptamtlichen ins Gespräch. „Die Tafeln sind der Lackmustest für Armut in unserer Gesellschaft", befand  Pfarrer Dr. Christian Schmitt. „Eine öffentliche Förderung der Tafeln ist nötig“, forderte Bernward Stelljes, Vorstand des Caritasverbands Emsdetten-Greven.

Eine ganz konkrete Folge hatte der Besuch aus dem Bistum: Die Tafel-Mitarbeitenden aus dem Kreis Steinfurt verabredeten sich zum kurzfristigen Ideenaustausch – mit dem sie am Dienstag sofort anfingen. 

Pia Stapel und Dominique Hopfenzitz bilden seit August dieses Jahres gemeinsam mit Pfarrer Dr. Christian Schmitt den Vorstand der Caritas im Bistum Münster. Auf einer mehrtägigen Tour durch das Bistum besuchen sie Caritasverbände und Einrichtungen, um die Arbeit vor Ort zu erleben. Die Caritas im Bistum Münster ist für Menschen in Notsituationen da. Ob Jung oder Alt, Alleinstehend oder Großfamilie, mit Behinderung oder Migrationshintergrund, körperlicher oder psychischer Erkrankung. Unter dem Motto "Not sehen und handeln" sind 80.000 hauptamtliche Mitarbeitende und 30.000 Ehrenamtliche rund um die Uhr im Einsatz. Für die Hilfe vor Ort sorgen 25 örtliche Caritasverbände, 18 Fachverbände des Sozialdienstes katholischer Frauen (SkF) und 3 des SKM – Katholischer Verein für Soziale Dienste. Hinzu kommen unter anderem 68 Kliniken, rund 150 Einrichtungen der Behindertenhilfe, 232 Altenheime und 18 stationäre Einrichtungen der Erziehungshilfe.


Text/Foto: Caritas Münster
24.11.2022

Matomo