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Konsequenter Klimaschutz

Weihbischof Rolf Lohmann forderte bei einem Gesprächabend im Rahmen der Kampagne #lassunsreden in Lengerich von der katholischen Kirche mehr Einsatz für den Klimaschutz.

Weihbischof Rolf Lohmann brachte es auf den Punkt: „Die Bewahrung der Schöpfung ist unser Thema.“ Das, räumte Lohmann, der in der Deutschen Bischofskonferenz für Umweltfragen zuständig ist, ein, „von uns in der Vergangenheit oftmals vergessen worden ist.“ Erst Bewegungen wie „Fridays for future“ hätten auch in der Kirche Umweltschutz und Klimagerechtigkeit wieder mehr in den Blick gerückt, erklärte der Weihbischof am 8. November bei einer Veranstaltung im Rahmen der Jahreskampagne „#lassunsreden“ des katholischen Kreisdekanates Steinfurt in Lengerich.

„Wie können wir innerkirchlich das Bewusstsein für die Bewahrung der Schöpfung schärfen?“ Diese Frage treibt Lohmann um. Hochwasserkatastrophen, dürre Sommer, Waldbrände – „Wir müssen uns der Dramatik, in der wir uns befinden, bewusstwerden“, rief Lohmann zu raschem und konsequentem Handeln auf.

Dabei könnten auch frühere christliche Traditionen neu entdeckt und aufgriffen werden. Beispielsweise der Verzicht auf Fleisch am Freitag. „Das passt ins Thema“, zeigte sich Lohmann überzeugt.

Grundlage des kirchlichen Engagements, betonte er, sei die päpstliche Enzyklika „Laudato si“. Diese habe auch in Politik und Gesellschaft eine große Bedeutung, weiß der Weihbischof aus seinen Kontakten als Umweltbischof: „Unsere Stimme, die Stimme der Kirche, sie ist gefragt.“

Lohmann mahnte zur Wachsamkeit: „Wir können immer gut sagen, was andere machen sollen, doch wir müssen bei uns anfangen.“ Die katholische Kirche müsse bei der Suche nach Lösungen für besseren Umwelt- und Klimaschutz vorne mit dabei sein – „und nicht hinten im Zug sitzen“.

Konkret auf das Bistum Münster bezogen lobte der Weihbischof das Erstellen eines Klimaschutzkonzeptes sowie die Arbeit des Umweltbeauftragten und vieler anderer. Dazu zählen auch die Ehrenamtlichen aus der Lengericher Pfarrei Seliger Niels Stensen, die dazu beigetragen haben, dass die Pfarrei als ökofaire Gemeinde zertifiziert ist. Sie ermutigte der Weihbischof, dranzubleiben: „Wie können wir erneuerbare Energien nutzen? Wie bewirtschaften wir Kirchenland?“ Nur zwei von vielen Fragen, die im Raum stehen. Bezogen auf die Landwirtschaft war es Lohmann wichtig, dass die verschiedenen Möglichkeiten der bäuerlichen Betriebsführung nicht gegeneinander ausgespielt werden. Er forderte deshalb einen intensiveren Dialog zwischen den Interessensgruppen.

Das Engagement von Lengerichs Pfarrer Peter Kossen für bessere Lebens- und Arbeitsbedingungen für Migranten vor allem in der Fleischproduktion ließ der Weihbischof nicht unerwähnt. Fragen des Umwelt- und Klimaschutzes seien eng verknüpft mit sozialen Fragen: „Da müssen wir uns mit beschäftigen.“

„Wir sind spät dran“, gab Lohmann am Ende offen zu: „Deshalb müssen wir wachsam sein und den Weg weitergehen.“


Text/Foto: Bischöfl. Pressestelle
09.11.2021


Weitere Informationen zur Kampagne #lassunsreden

Matomo