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    "Der Herr hat uns weiten Raum verschafft."

    Gen 26,22

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    "Kein König trat anders ins Dasein."

    Weish 7,5

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    "Ihr seid das Salz der Erde."

    Mt 5,13

Wulf Schmiese im Gespräch

Dr. Wulf Schmiese, Redaktionsleiter des ZDF-„heute journal“, tauschte sich im Gespräch mit Kreisdechant Dr. Jochen Reidegeld über den gesellschaftlichen Zusammenhalt aus.

Er ist Optimist. Schwarzmalen ist nicht seins. Dr. Wulf Schmiese, Redaktionsleiter des ZDF-„heute journal“, schaut hoffnungsvoll nach vorne, weil er an die Menschen glaubt. Trotz Corona-Pandemie und der auch durch den Angriffskrieg auf die Ukraine stetig teurer werdenden Dingen des Lebens sieht der der in Steinfurt aufgewachsene Journalist den Zusammenhalt der Gesellschaft in Deutschland nicht gefährdet. Das wurde am 1. September im Gespräch mit Kreisdechant und Pfarrer Dr. Jochen Reidegeld deutlich. Fast zwei Stunden lang gingen die beiden alles Aktuelle in Politik und Kirche durch. Und trotz der Ernsthaftigkeit der Themen fühlten sich die 140 Zuhörenden in der St.-Johannes-Nepomuk-Kirche in Burgsteinfurt durch die lockere und engagierte Art der beiden Gesprächspartner informativ und gut unterhalten.

Auch wenn er wenige Jahre nach dem Abitur Steinfurt fürs Studium Richtung Berlin verlassen hat, Kontakt in die alte Heimat pflegt Schmiese bis heute. Steinfurt habe ihn fürs Leben geprägt, betonte der 55-Jährige. Konkreter: „Die Menschen hier waren eher konservativ, aber mit einer liberalen Grundhaltung.“ Womit er meint, man habe gewusst, was sich gehört – und was nicht mehr. Verantwortlich für eine solche Haltung sind aus Schmieses Sicht auch die Religionen: „Sie geben uns – richtig verstanden – die Grundregeln fürs Zusammenleben vor.“

Das beträfe auch die Politik. Streiten wie die Kesselflicker sei notwendig, aber ebenso das Finden von Kompromissen: „Das macht unsere Demokratie aus.“ Ebenso müsse es möglich und dürfe nicht verwerflich sein, wenn politische Gruppen nach kontroversen Debatten beispielsweise ein Bier zusammen trinken: „Nein, genau das ist gut so.“

Wie Wut und Zorn in beleidigender Weise besonders in den Sozialen Netzwerken kursieren, hat Schmiese, der in Borghorst sein Abitur gemacht hat, selbst erfahren, nachdem er 2009 Hauptmoderator des ZDF-Morgenmagazins geworden war: „Ich habe meinen Namen gegoogelt und war erschrocken über die Kritik.“ Früher, so seine These, habe man seinen Unmut in den eigenen vier Wänden kundgetan, „heute schleudert man es übers Internet in die Welt“. Inzwischen, gestand der Journalist, könne er mit dieser Form der Kritik gelassener umgehen: „Grund für einen solchen Post ist oftmals persönlicher Frust.“

Reidegelds Sorge, dass die Gesellschaft durch eine stärker werdende Ökonomisierung immer weiter auseinanderdriften könnte, wollte Schmiese nicht ganz so stehenlassen. Es gebe viele Beispiele für einen guten Zusammenhalt – und nannte die große Unterstützung für die Menschen in und aus der Ukraine. Und er sieht eine ebenso große Bereitschaft, im Kampf gegen den russischen Machthaber Putin selbst Verzicht zu üben. „Wenn das Benzin teuer ist, dann fahren wir halt weniger mit dem Auto und wenn das Gas knapp ist, ziehen wir einen Pullover mehr an.“ Der „heute journal“-Redaktionsleiter zeigte sich zuversichtlich: „Unser Land ist vernünftig, die Deutschen wollen kein Chaos.“ Auch wenn sich manches ändere und nichts bleibe, wie es ist: „Die Deutschen werden das hinkriegen, sie werden sich an neue Situationen gewöhnen.“


Text/Foto: Bischöfl. Pressestelle
02.09.2022


Die Veranstaltung fand im Rahmen der Kampagne #lassunsreden statt, über die Sie sich hier informieren können.

Matomo