Veränderungen bestimmen das Leben. Wie damit umgehen? Sie annehmen? Bestenfalls gestalten? Diese Fragen beschäftigen immer mehr Menschen in ihrem Alltag – Ältere und Jüngere, Familien und Paare. Das belegen die Zahlen, die die beiden Leitungen der sechs Ehe-, Familien- und Lebensberatungsstellen (EFL) des Bistums Münster im Kreis Steinfurt, Ursula Frank-Lösing (Steinfurt, Emsdetten, Greven) und Alexandra Klima (Rheine, Ibbenbüren, Lengerich) im Jahresbericht 2025 vorlegen. 5.635 Beratungskontakte hat es an den sechs Standorten gegeben. Damit ist die Nachfrage im Vergleich zum Vorjahr (5.613 Beratungskontakte) leicht gestiegen.
„Wir unterstützen Menschen in ihrer Selbstwirksamkeit, damit sie die Herausforderungen tragen können“, sagt Alexandra Klima. Und Ursula Frank-Lösing ergänzt: „Wir wollen sie dazu befähigen, auf ihre Kompetenzen zu schauen.“ Leben sei nun mal Veränderung, so die beiden Leiterinnen. „Und das muss ja auch nicht immer schlecht sein“, betont Frank-Lösing. Hilfreich sei, wenn Veränderungen fließend sind: „Wenn sie ins Stocken geraten, wird es schnell verkrampft.“ Entscheidend sei, dass die Menschen in diesen Prozessen die Handelnden werden.
Immer öfter kämen Eltern mit ihren fast erwachsenen Kindern, die nicht ins Leben raus können oder wollen. „Der Übergang von der Schule in die nächste Lebensphase gestaltet sich oft schwierig.“ Die beiden Teams an den sechs EFL-Standorten schauen zusammen mit den Ratsuchenden auf die Situationen und erarbeiten Lösungen. Gleiches gilt für Kinder und Eltern, die aufgrund verschiedenster Gründe keinen Kontakt mehr haben. Ein wichtiges Stichwort in vielen Fällen: Klarheit. „Es ist wichtig zu wissen, warum und wieso etwas so ist“, erklären die EFL-Leitungen unisono. Und noch etwas versuchen sie zu vermitteln: „Es geht nicht immer um meine Position, ich muss auch im Blick haben, was mein Gegenüber braucht.“
Insgesamt fanden 2.154 Personen (2024: 2.081) im vergangenen Jahr bei der Bewältigung einer schwierigen persönlichen Lebenssituation Hilfe in einer der sechs Beratungsstellen im Kreis, 1.324 Frauen und 830 Männer. „Durch die komplexer und umfangreicher werdenden Lebensrealitäten stehen viele Menschen vor Veränderungen, die sie fordern“, weiß Ursula Frank-Lösing. Knapp mehr als die Hälfte von ihnen war zwischen 30 und 50 Jahre alt. Ein erster Beratungskontakt kam in 45 Prozent der Fälle bereits innerhalb von zwei Wochen zustande. Eine Quote, mit der die Leitungen sehr zufrieden sind.
Der Jahresbericht für den Kreis Steinfurt mache deutlich, dass die Herausforderungen an Ehe und Partnerschaft sowie die Familienlebensformen anspruchsvoller werden. „Da ist es gut, einen Ort zu haben, in dem man gemeinsam Schwieriges vorbringen kann“, sagt Alexandra Klima. Impulse von außen, sprich von den EFL-Beraterinnen und -Beratern, seien oftmals hilfreich.
Schwerpunkte der EFL-Arbeit sind Partnerschafts-, Familien- und Einzelberatung in Lebenskrisen. Hohen Zuspruch finden neben der Einzel- und Paarberatung auch spezifische Gruppenangebote wie beispielsweise für Menschen nach einer Trennung, Treffen für Personen, die sich einsam fühlen, und Kommunikationskompetenztrainings für Paare. „Der Austausch tut den Teilnehmenden gut“, weiß Klima aus Rückmeldungen. Was die EFL-Leitungen im Kreis Steinfurt besonders freut: „Unsere Statistik zeigt, dass die Akzeptanz unserer Beratungsstellen weiterhin sehr gut ist.“
Als psychologischer Fachdienst des Bistums Münster berät die EFL Menschen in herausfordernden Lebenssituationen, Krisen und Konflikten professionell und unterstützt sie in ihrer Entwicklung. In den Kontaktgesprächen versuchen die Beraterinnen und Berater, den Klientinnen und Klienten Raum und Zeit zu geben, um Wünsche, Bedürfnisse und Hoffnungen zu formulieren. Sie bekommen Gelegenheit, Enttäuschungen zu verarbeiten, als Paar oder Einzelperson Pläne zu schmieden und Ziele zu entwickeln.
Ratsuchende können sich in den EFL-Beratungsstellen des Bistums Münster in Emsdetten (Telefon 02572 9419019) , Greven (Telefon 02571 986581), Ibbenbüren (Telefon 05451 500223), Lengerich (Telefon 05481 9020880), Rheine (Telefon 05971 96890) und Steinfurt (Telefon 02551 864446) melden. Eine Kontaktaufnahme ist auch online über die Homepage www.ehefamilieleben.de möglich.
Text/Foto: Bischöfl. Pressestelle
29.07.2026