Bischof Wilmer beim Euthymia-Gedenktag in Halverde

Für Bischof Dr. Heiner Wilmer ist sie eine ganz besondere Selige: Möglichst jedes Jahr besucht der Hildesheimer Oberhirte einmal das Grab von Schwester Maria Euthymia. Seine Verehrung für die Ordensfrau, die in Halverde bei Hopsten geboren wurde, gilt ihrem Wirken und ihrem Gottvertrauen, hat aber auch etwas mit Heimat zu tun: Wilmer ist im Nachbarort Schapen aufgewachsen. Anlässlich des dritten Euthymia-Gedenktages zum Thema „Ehe und Familie“ feierte Bischof Wilmer am Sonntag (11.10.2020) einen Gottesdienst in Halverde im Garten von Pfarrer Peter van Briel, neben der Pfarrkirche St. Peter und Paul.

„Ich habe heimatliche Gefühle, wenn ich hier stehe“, begrüßte Bischof Wilmer die Gläubigen und sprach sogleich einige Sätze auf Plattdeutsch – „der Sprache, mit der ich aufgewachsen bin“, wie er betonte. Von Kindesbeinen an werde Schwester Maria Euthymia in seiner Familie verehrt, auch für ihn selbst habe sie eine große Bedeutung: „Wenn ich an ihrem Grab auf dem Zentralfriedhof in Münster stehe, bin ich jedes Mal bewegt, was junge Menschen, Familien, Senioren Schwester Maria Euthymia zu sagen haben, wofür sie ihr dankbar sind“, berichtete Wilmer von seinen Friedhofsbesuchen.

Der Hildesheimer Bischof ging in seiner Predigt der Frage nach, wie ein glückliches Leben in menschlichen Beziehungen gelingen kann und welche Antwort das Leben der Halverder Emma Üffing, wie Schwester Euthymia mit bürgerlichem Namen hieß, darauf geben kann. Er erinnerte an eine Begebenheit aus der Kindheit der jungen Emma Üffing, die als neuntes von zwölf Kindern auf die Welt kam. Als ihrem Bruder bei einer Fahrt mit dem Milchwagen die Pferde durchgingen, griff sie ohne zu zögern in die Zügel und rettete so das Leben ihres Bruder. „Ick kann dat wull“, sei ihre einfache Antwort auf besorgte Stimmen gewesen. „Für mich ist das ein Schlüssel ihres Leben“, verdeutlichte Wilmer: „Sie wusste, dass sie etwas kann, packte zu und überwand so ihre Ängste.“

1934 trat Emma Üffing in den Orden der Clemensschwestern ein. Selbst gesundheitlich geschwächt, pflegte sie als Krankenschwester aufopfernd Menschen. In Dinslaken betreute sie während des Zweiten Weltkrieges verwundete Kriegsgefangene, die Schwester Euthymia später „Engel der Liebe“ nannten. Später übernahm sie die Leitung der Wäscherei der Raphaelsklinik in Münster. „Alles für den großen Gott“ habe die Ordensfrau stets mit Blick auf ihre herausfordernden Aufgaben betont, erklärte Bischof Wilmer. „Sie wusste: Ich als Mensch bin nicht absolut, ich kann es nicht machen.“ Das Beste im Leben, davon sei Schwester Euthymia überzeugt gewesen, sei nicht das Produkt eigener Leistungen, sondern sei ein Geschenk – „im letzten von oben“. In vielem könne die Selige heute noch Vorbild sein, besonders in ihrem Blick für die Mitmenschen. „Menschlichkeit, Güte, Herzlichkeit – das hat Schwester Euthymia gelebt.“

Hintergrund

Seit der Seligsprechung im Jahr 2001 lädt die Pfarrei an drei Euthymia-Gedenktagen die Pilgerinnen und Pilger zu einem Gottesdienst und einem Gebet entlang des Gedenkweges ein. Die drei Feiertage stehen unter der Überschrift der jeweiligen Hauptanliegen der Beter in Halverde, die die Verantwortlichen den Fürbittbüchern entnehmen: Im Juni betet die Pfarrei für die „Weitergabe des Glaubens“, im September für alle „Kranken, Schwerkranken und Sterbenden“ und im Oktober für alle „Ehen und Familien“.


Text/Foto: Bischöfl. Pressestelle
11.10.2020

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