EFL-Beratungsstellen geben Tipps für die Zeit zu Hause

Michael Remke-Smeenk war zehn Jahre in Teilzeit zu Hause und hat sich primär um die Betreuung der drei Kinder gekümmert. Der Leiter der Ehe-, Familien- und Lebensberatungsstelle (EFL) des Bistums Münster in Ibbenbüren weiß, was es bedeutet, den Nachwuchs zu beschäftigen. Doch nicht nur den Kindern wird die Zeit ohne Schule, Sport, Musik und Freunde lang, auch Erwachsenen fällt in der Corona-Krise die Decke auf den Kopf. Die vielgelobte Entschleunigung kann zur Belastung für Paare und Familien und auch für Singles werden. Die Einschränkungen stellen die Geduld auf die Probe, sagen Remke-Smeenk und seine Kolleginnen aus den anderen EFL-Beratungsstellen im Kreis Steinfurt. Deshalb geben sie Tipps, wie diese Zeit gestaltet werden kann.

Michael Remke-Smeenk mag es praktisch: „Man kann einmal am Tag gemeinsam kochen und dabei neue Rezepte ausprobieren“, rät der Experte. Im normalen Alltag fehle dafür oftmals die Muße. Und auch Gesellschaftsspiele wie Monopoly oder Mensch-ärgere-Dich mal wieder aus der Ecke hervorzukramen, sei eine gute Idee.

Sinnvoll sei es, den Tag zu strukturieren, ergänzt Dorothee Valk, Leiterin der EFL-Beratungsstelle in Rheine. Jeder sollte neben den gemeinsamen Aktionen auch Zeiten für sich haben. „Nähe und Distanz müssen neu definiert werden, das heißt, es müssen Rückzugsorte geschaffen werden“, beschreibt sie die Situation. Eine kleine Tour mit dem Rad an der frischen Luft könne ein guter Start in den Tag sein. Genauso wie eine Joggingrunde. Sich selbst Gutes zu tun, sei wichtig.

Und wenn die Stimmung doch mal gereizter werde, sei es gut, sich an Kommunikationsregeln zu halten: „Ich spreche von mir; Ich spreche von der konkreten Situation und wärme nicht alte Themen auf; Ich formuliere meine Wünsche und achte darauf, dass sie sich nicht in einen Vorwurf wandeln; Ich höre aufmerksam zu, wie es dem anderen in dieser besonderen Situation geht.“

Zu einer innerlichen Zerreißprobe könne die Situation auch für Singles und ältere Menschen werden. „Wenn Abstand gehalten und Kontakte eingeschränkt werden müssen, haben wir das Gefühl zu vereinsamen“, erklärt Remke-Smeenk. Verunsicherungen und Ängste können sich dadurch verstärken. Dazu kommen bei einigen finanzielle Sorgen. „Darum ist es für diese Menschen besonders wichtig, Kontakte zu halten – telefonisch oder über Onlinedienste wie Skype“, sagt Dorothee Valk und ruft dazu auf, einfach den Telefonhörer mal wieder zur Hand zu nehmen: „Rufen Sie vielleicht auch alte Freunde an, von denen Sie lange nichts gehört haben.“

Verabredungen zu zweit im Freien seien mit ausreichend Abstand außerdem erlaubt: „Machen Sie einen Spaziergang.“ Und sie hat einen weiteren Tipp: „Trotz aller Ungewissheit den Blick auch auf die Zeit nach der Krise richten. Treffen vereinbaren, auf die man sich schon jetzt freuen kann.“ Bei allem Aktionismus sollte aber nicht vergessen werden, die Zeit auch zum Entschleunigen zu nutzen: „Ausreichend Ruhezeiten sind notwendig, denn die Krise erfordert Kraft“, betont Dorothee Valk.

Und natürlich sind auch die EFL-Beraterinnen und -Berater im Kreis Steinfurt in der Corona-Krise weiter als Ansprechpersonen da. Zwar sind Gruppenangebote und Veranstaltungen zum Schutz der Ratsuchenden bistumsweit bis zum 19. April abgesagt, telefonische Beratung, Telefonsprechstunden und Online-Beratungen laufen aber weiter. Alle Informationen dazu gibt es im Internet unter www.ehefamilieleben.de.


Text: Bischöfl. Pressestelle
Foto: pexels.com
26.03.2020

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