Emsdettener Pfarrei pilgert zum 200. Mal nach Kevelaer

Seit 200 Jahren pilgern Christen aus Emsdetten nach Kevelaer. War vor fünf Jahren die Zahl mit 35 Teilnehmern noch verschwindend gering, begrüßte Kevelaers Wallfahrtsrektor Gregor Kauling gestern (14.09.2019) zum Jubiläumsjahr rund 250 Mitglieder der Pfarrei St. Pankratius in der Marienstadt. Der Wallfahrtsrektor freute sich besonders, mit Pfarrer Norbert Weßel einen alten Bekannten aus Kindertagen wiederzusehen. „Wir sind beide in Haltern aufgewachsen“, sagte Kauling. Zugleich lobte er die Emsdettener: „Ich kenne keine andere Gruppe, die schon so lange nach Kevelaer pilgert.“

Begonnen hatten die Pilger den Tag in Kevelaer mit einer Lichterprozession. Zuvor waren die meisten in Bussen aus Emsdetten angereist, unter ihnen sehr viele Kinder. „Wir haben für den Tag ein buntes Programm auf die Beine gestellt“, erklärte Barbara Bisping vom Organisations-Team. Sie selbst ist früher bereits als Messdienerin mit nach Kevelaer gepilgert. Für die zwei Seelsorger von St. Pankratius, Pfarrer Norbert Weßel und Kaplan Bernd Egger, war die Wallfahrt Emsdetten-Kevelaer dagegen eine Premiere. „Kevelaer ist ein bodenständiger Wallfahrtsort, hier sind die Menschen auf Gemeinschaft aus“, sagte Weßel, „das findet sich auch im Glauben wieder.“ Der Kaplan war am Gnadenbild von dem schlichten Bildnis Marias angetan: „Gerade so ermuntert sie, sich für Gottes Zuspruch zu öffnen.“ Bereits zum zehnten Mal dabei war Stephan Weischer. „Unsere Familie nimmt sehr gerne an Wallfahrten teil“, erklärte das Mitglied des Kirchenvorstandes St. Pankratius, „und man möchte den Kindern ja etwas vorleben.“

Während sich die Gläubigen aus Emsdetten bei früheren Wallfahrten zum Gottesdienst oft anderen Pilgergruppe anschlossen, feierten sie zum runden Geburtstag ein eigenes Pilgerhochamt mit Weihbischof Rolf Lohmann. Dieser griff den Zusammenhang des pfarrlichen Leitgedankens von St. Pankratius „Unterwegs in eine neue Zeit“ mit dem Wallfahrtsmotto  „Herr, wohin sollen wir gehen?“ auf. „Die ganze Kirche ist zurzeit unterwegs in eine neue Zeit“, sagte Lohmann. Man dürfe nicht immer nur an den alten Gewohnheiten festhalten: „Wir sind kein Verein von gestern. Kirche ist immer im Hier und Jetzt. Christen sind für Gegenwart und Zukunft da.“ In seiner Predigt erklärte der Weihbischof, wohin der Weg führen solle: „Wir müssen zu den Menschen gehen, so wie Jesus. Dabei müssen wir mit allen Menschen in Kontakt kommen, vor allen mit denen, die sich der Kirche abgewandt haben.“ Wichtig seien auch Gespräche mit anderen Glaubensgemeinschaften: „Wir müssen als Kirche in die neue Zeit gehen und auf alle Menschen hören. Denn dass es zu Reformen kommen muss, dürfte auch dem Letzten klar sein.“

Zudem sollten die Christen nicht nur auf sich selber schauen: „Mit Murren erreichen wir keinen. Vielen ist das Danken abhanden gekommen. Dabei sind wir überschüttet worden mit Gottes Gaben. Doch wir haben eine große Sendung. Das muss uns umtreiben.“ Hilfestellung könne dabei ein Blick auf Maria geben. „Sie ist den Weg ihres Sohnes zum Kreuz mitgegangen. Das lehrt uns, dem Glauben treu zu bleiben. Denn Maria geht mit uns, damit wir das Ziel nicht aus den Augen verlieren“, sagte Lohmann.
Dass man auch „mit Schwung und Dynamik“ unterwegs in eine neue Zeit sein könne, freute Wallfahrtsrektor. Kauling verwies dabei auf das Kolping Blasorchester aus Emsdetten, das gemeinsam mit der Songgruppe Heilig Geist das Hochamt musikalisch mitgestaltete.

Nach dem Pilgerhochamt und dem Mittagessen konnten die Gäste die Stadt auf eigene Faust erkunden. Auf die Kinder und Jugendlichen wartete eine Stadtrallye. Ein  Besuch der Hostienbäckerei war vor allem für die Kommunionkinder und Messdiener ein Erlebnis. Andere Gemeindemitglieder von St. Pankratius suchten die Begegnung mit jungen Menschen mit Suchterfahrung, die in der Facenda da Esperanca leben. Nach einer Abschlussandacht in der St. Antonius-Kirche traten die Pilger die Heimreise an.


Text/Foto: Bischöfl. Pressestelle
15.09.2019

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