Digitale Kreisdekanats- und Vollversammlung

v.l.n.r.: Kreisdechant Dr. Jochen Reidegeld, Generalvikar Dr. Klaus Winterkamp und Verwaltungsdirektor Dr. Ralf Hammecke

Die Corona-Pandemie ist nicht alleiniger Grund, sie hat aber Prozesse beschleunigt. „Wir leben in einem gesamtgesellschaftlichen und kirchlichen Wandel“, hat Münsters Generalvikar Dr. Klaus Winterkamp bei der gemeinsamen digitalen Kreisdekanatsversammlung und Vollversammlung des Kreiskomitees der Katholiken am 30. Juni in Steinfurt erklärt. Um sich als katholische Kirche im Bistum Münster für die kommenden 20 Jahre aufzustellen, habe Bischof Dr. Felix Genn eine Weiterentwicklung der pastoralen Strukturen angekündigt. Einzelheiten dazu konnte der Generalvikar den Teilnehmenden noch nicht verkünden. Der Prozess starte im kommenden Herbst.

Mit dem Generalvikar war der neue Verwaltungsdirektor des Bistums Münster, Dr. Ralf Hammecke, gekommen. Auch als Arbeitgeber stehe die katholische Kirche vor neuen Herausforderungen, betonte Hammecke: „Wir sind als sicherer Arbeitgeber nicht mehr erste Wahl“, stellte der Verwaltungsdirektor selbstkritisch fest.

Da in den kommenden acht Jahren etwa ein Drittel der Mitarbeitenden in den Ruhestand gehen werden, brauche es aber neues Personal. Vor dem Hintergrund sinkender Kirchensteuereinnahmen sei dies eine weitere Herausforderung. Gemeinsam mit den Mitarbeitenden soll deshalb über neue Organisationsstrukturen nachgedacht und diskutiert werden. „Wir werden sie fragen, was sie von uns erwarten.“

Ob der anstehenden Veränderungen im Bistum bat Hammecke die Haupt- und Ehrenamtlichen in der Versammlung, nicht in Resignation zu verfallen: „Wir müssen uns den Anforderungen anpassen.“ Jetzt sei die Chance, Dinge zu ändern. „Ergreifen wir diese Chance.“ Er zeigte sich zuversichtlich, mit den vielen engagierten Menschen den erforderlichen Wandel zu schaffen: „Zusammen können wir die Zukunft gestalten, wenn wir nicht defizit-, sondern ressourcenorientiert nach vorne schauen.“ Ziel sei es, den christlichen Glauben an die kommenden Generationen weiterzugeben.

Zum Abschluss stellten Kreisdechant Dr. Jochen Reidegeld und der Vorsitzende des Kreiskomitees der Katholiken, Ansgar Kaul, die neue Jahreskampagne #lassunsreden vor. Damit, so Reidegeld, wolle die katholische Kirche im Kreis Steinfurt ihren Beitrag zu mehr gesellschaftlichem Zusammenhalt leisten. Darin sieht er auch einen zukunftsweisenden Weg, wie die Kirche vor Ort wirken kann. „Es reicht nicht mehr aus, pfarreiinterne Veranstaltungen anzubieten und darauf zu warten, dass die Menschen kommen. Die Zukunft liegt für mich darin, dass wir uns als Christinnen und Christen mit unseren Überzeugungen in den gesellschaftlichen Dialog einbringen – und zwar nicht nur als Redende, sondern als Hörende. Und auch, wenn die Anpassungen von Organisationsprozessen notwendig ist, darf nicht aus dem Blick geraten, wozu wir berufen sind: Als Menschen, die nicht aufgeben von einer besseren und menschlicheren Gesellschaft zu träumen, auf die Marktplätze zu gehen und dies zum Thema zu machen.“

Die Auftaktveranstaltung dazu findet am 9. September in Stroetmanns Fabrik in Emsdetten statt. Der Autor und Sozialaktivist Ali Can wird an diesem Abend mit Gästen ins Gespräch kommen. Weitere Informationen gibt es unter www.lassunsreden.eu.


Text/Foto: Bischöfl. Pressestelle
12.07.2021

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