„Halbzeit“-Treffen der Pfarreiräte im Kreisdekanat Steinfurt

„Die Menschen erwarten von uns, dass etwas passiert, dass sich etwas ändert.“ Andreas Fritsch vom Strategiebereich Pastoralentwicklung im Bischöflichen Generalvikariat des Bistums Münster brachte es auf den Punkt. Die katholische Kirche stehe vor großen Herausforderungen, der Missbrauchsskandal habe den Druck weiter erhöht, erklärte am Samstag (23.11.2019) bei einem Austauschtreffen für Pfarreiräte im Kreis Steinfurt, zu dem das Kreisdekanat zur „Halbzeit“ der Legislaturperiode eingeladen hatte. Fritsch informierte die ehrenamtlichen Gremienvertreter über aktuelle Prozesse im Bistum Münster.

In diesem Zusammenhang zitierte er den stellvertretenden Generalvikar, Dr. Jochen Reidegeld, der im Januar Pfarrer und Kreisdechant in Steinfurt wird: „Wenn wir keinen Systemwechsel schaffen, wenn Männer und Frauen, Priester und Laien in der Leitung nicht gleichberechtigt werden, verlieren wir endgültig das Vertrauen der Menschen“, hatte Reidegeld unlängst bei einer Veranstaltung zu Fällen sexuellen Missbrauchs  in Rhede betont. Fritsch sieht wie der stellvertretende Generalvikar den sogenannten Synodalen Weg, bei dem die deutschen Bischöfe mit dem Zentralkomitee der Katholiken (ZdK) ab Dezember über Veränderungen in der Kirche diskutieren wollen, als „letzte Chance“.

Die Zahl der Katholiken halbiere sich bis 2060, ging Fritsch auf künftige Entwicklungen ein. Dadurch verändere sich die Gesellschaft: „Wir müssen uns dem Leben mehr zuwenden“, formulierte er eine Forderung. Der Rückgang der finanziellen Möglichkeiten setze zusätzliche, neue Grenzen: „Uns muss es gelingen, mit weniger Geld auszukommen.“ Trotz der vielen Negativ-Schlagzeilen in den Medien machte Fritsch aber auch Mut: „Wir sind als Kirche ein hochanerkannter Player der Zivilgesellschaft.“ Um dies in Zukunft zu bleiben, sei ein Systemwechsel zwingend.

Dieser Prozess könne nur erfolgreich sein, wenn die Pfarreien und das Bistum an einem Strang ziehen, unterstrich Fritsch. Wichtige Orientierungsmarken seien die lokalen Pastoralpläne: „Dabei geht es nicht um das Aufstellen eines Wunschzettels“, erklärte er weiter, „sondern um ein nüchternes Betrachten der Wirklichkeit vor Ort.“ Die Frage, die dabei immer wieder auftauche, sei: „Was müssen wir inhaltlich tun, um nicht weiter zu schrumpfen?“

Bei der Suche nach Antworten sagte Fritsch die Unterstützung seines Arbeitsbereiches im Generalvikariat zu. Er appellierte an die Ehrenamtlichen, auch über neue Leitungsmodelle für die Pfarreien nachzudenken: „Seien Sie kreativ.“

Nach vielen Informationen am Vormittag hatten die Pfarreiratsmitglieder am Nachmittag Gelegenheit, thematische Schwerpunkte wie Methodeneinsatz, Gremienkultur, Jugendarbeit, Veranstaltungen organisieren oder Gottesdienst-feiern, in sog. Halbzeit-Gesprächen zu vertiefen.


Text/Foto: Bischöfl. Pressestelle
26.11.2019

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