Handwerk und Kirche im Austausch

Geschäftsführer Matthias Kaiser vom Kreisdekanat Steinfurt, Kreisdechant Dr. Jochen Reidegeld und Hauptgeschäftsführer Frank Tischner in der Tischler-Ausbildungswerkstatt der Kreishandwerkerschaft in Rheine (v.l.n.r.).

Seit Januar ist Dr. Jochen Reidegeld Kreisdechant und das Kennenlernen der Kreishandwerkerschaft Steinfurt-Warendorf (KH) als Wirtschaftsverband des Handwerks im Kreis Steinfurt stand schon früh auf seiner Agenda. Die Corona-Krise hat es hinausgezögert, aber nun nahm der Kreisdechant zusammen mit dem Geschäftsführer des Kreisdekanats, Matthias Kaiser, die Gelegenheit wahr, sich mit KH-Hauptgeschäftsführer Frank Tischner auszutauschen.

„Das Handwerk bezeichnet sich selbst als die Wirtschaftsmacht von nebenan“, so Frank Tischner. „Rund 37.000 Beschäftigte – einschließlich 3.000 Auszubildender – erwirtschaften im Kreis Steinfurt in rund 5.200 Betrieben mehr als 4,5 Milliarden Euro Umsatz. Dabei ist das heimische Handwerk nicht nur ökonomisch gesehen ein wichtiger Faktor, sondern die Handwerksunternehmen sind auch fest verankert in einer werteorientierten Gesellschaft.“ Dr. Jochen Reidegeld unterstrich diesen Aspekt: „Die Kirche und das Handwerk sind gemeinsamen Werten verpflichtet. Die Sicherung der wirtschaftlichen Existenz, die Mitverantwortung für die Beschäftigten, aber auch Verantwortungsbewusstsein für den Betrieb und das lokale Umfeld und insbesondere auch das ehrenamtliche Engagement spiegeln im Handeln der Handwerksunternehmer das christliche Menschenbild wider.

Der KH-Hauptgeschäftsführer fügte hinzu, dass Handwerksbetriebe im wörtlichen wie auch im übertragenen Sinn Familienunternehmen seien, in der die Gemeinschaft von Meister, Gesellen und Lehrlingen gelebt werde. Die Ausbildung junger Menschen spiele deshalb im Handwerk eine zentrale Rolle. Die Kreishandwerkerschaft Steinfurt-Warendorf verstehe die Stärkung der dualen Berufsausbildung auch als berufspolitische und gesellschaftliche Aufgabe.

Tischner verwies auf das internationale Engagement der Kreishandwerkerschaft mit ihren Berufsbildungspartnerschaften in Südafrika und Mosambik und ihrem Projekt in Jordanien, um durch Berufsbildung die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Strukturen dieser Länder zu stärken. Auch der Einsatz der Handwerksunternehmen und der Kreishandwerkerschaft bei der Integration von Flüchtlingen und Menschen mit Migrationshintergrund durch Ausbildung und Beschäftigung werde vom Kreisdekanat aufmerksam verfolgt und begrüßt, so Matthias Kaiser.

Als Fazit des Meinungsaustausches bekannten sich die Gesprächsteilnehmer zur gemeinsamen gesellschaftlichen Verantwortung und bekundeten ihren Willen, durch den weiteren Dialog von Handwerk und Kirche zur Weiterentwicklung des Gemeinwesens beizutragen.


Text/Foto: Kreishandwerkerschaft
Steinfurt-Warendorf
30.07.2020

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