Kreisdechant spricht bei Mahnwache in Altenberge

Kreisdechant Dr. Jochen Reidegeld (rechts) und Karl Reinke vom „Aktionsbündnis für Demokratie“ bei der Mahnwache vor dem Altenberger Rathaus.

„Das beste Mittel gegen Rassismus und Intoleranz ist ein starkes, lebendiges Gemeinwesen.“ Kreisdechant Dr. Jochen Reidegeld rief bei einer Mahnwache gestern (29.02.2020) vor dem Altenberger Rathaus dazu auf, es nicht beim Mahnen zu belassen, sondern nach dem rechtsextremistischen Anschlag in Hanau mit zehn Todesopfern „Brücken zu bauen, wo andere Gräben ausheben“. Er appellierte an die rund 350 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, aufeinander zuzugehen und miteinander ins Gespräch zu kommen. Eingeladen zu dieser Mahnwache hatte das Altenberger „Aktionsbündnis für Demokratie“ zusammen mit den demokratischen Parteien vor Ort, dem Familienbündnis, den Kirchen sowie dem TuS Altenberge.

„Haben wir Freiheit und Demokratie für zu selbstverständlich genommen? Waren wir deshalb bislang so wenig wehrhaft?“ Der katholische Kreisdechant forderte die Altenberger in seiner Ansprache auf, einander zuzuhören und sichtbar zu machen, was es Gutes in der Gesellschaft gibt. Denen, die sich in der Politik, den Kirchen, in Sportvereinen oder sozialen Projekten engagierten, müsse der Rücken gestärkt werden.

„Wir stehen hier auch, um deutlich zu machen, dass wir das Leid und die Trauer der betroffenen Familien teilen“, erklärte Reidegeld weiter und fügte an: „Wir grenzen uns klar und kompromisslos ab von Rechtsextremismus, Rassismus und Hass.“ Bei allem Handeln mahnte er, die Worte des ermordeten US-amerikanische Bürgerrechtler Martin Luther King zu bedenken: „Dunkelheit kann Dunkelheit nicht vertreiben, nur Licht kann das. Hass kann Hass nicht vertreiben, nur Liebe kann das.“

Vor Reidegeld hatte auch Karl Reinke vom „Aktionsbündnis für Demokratie“ jede Art der Ausgrenzung und Erniedrigung von Menschen verurteilt. Rainer Mockewitz trug im Anschluss an die Rede des Kreidechanten politische Gedichte vor. Die letzten Minuten der Mahnwache verbrachten die Teilnehmenden schweigend vor dem Rathaus.


Text/Foto: Bischöfl. Pressestelle
01.03.2020

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