Stellvertretender Generalvikar besucht Neuland-Hof in Lotte

Von den Politikern fordert er eine Änderung der gesetzlichen Rahmenbedingungen, von den Verbrauchern eine Änderung ihres Konsumverhaltens: „Wir brauchen andere Standards, die für jeden Geldbeutel erschwinglich sind“, sagte der stellvertretende Generalvikar des Bistums Münster, Dr. Jochen Reidegeld, bei einem Besuch am 26. Februar auf dem Neuland-Bauernhof von Margarete und Martin Steinmann in Lotte. Begleitet wurde Reidegeld bei der Besichtigung der historischen Hofstelle von der früheren Umweltbeauftragten des Bistums, Maria Kleingräber, Pfarrer Bernd Hante als Diözesanpräses der Katholischen Landvolkbewegung (KLB) und der Katholischen Landjugendbewegung (KLJB) sowie den KLB- beziehungsweise  KLJB-Referenten Uli Oskamp und Markus Storck.

Das Ehepaar Steinmann hat Ende der 1980-er Jahre den konventionellen Schweinemastbetrieb von Margarete Steinmanns Eltern übernommen – und sich schon bald dem Verein „Neuland“ angeschlossen. Dessen Mitgliedshöfe stehen für eine soziale, qualitätsorientierte, artgerechte und umweltschonende Tierhaltung mit hoher Glaubwürdigkeit und Transparenz. Entsprechend müssen Neuland-Höfe anspruchsvolle Voraussetzungen erfüllen. Dazu gehören unter anderem mehr Platz als gesetzlich vorgeschrieben für jedes Tier, Auslauf im Freien, Tageslicht im Stall, ausschließlich regionales und nicht gentechnisch verändertes Futter, kein vorbeugender Antibiotikaeinsatz sowie eine bäuerliche Landwirtschaft mit Bestands- und Flächenobergrenzen. Wie die Steinmanns diesen Bedingungen gerecht werden, davon überzeugten sich die Gäste aus Münster bei einem Rundgang und im anschließenden Gespräch.

Neuland-Fleisch wird unter anderem in Aldi-Märkten angeboten. Die Erzeugergemeinschaft hat einen Vertrag mit der Discounterkette. Andere Supermärkte ziehen nach, weiß Martin Steinmann: „Da hat sich in den vergangenen fünf Jahren eine Menge getan.“ Und trotzdem ist der Landwirt aus Lotte skeptisch, wohin die Entwicklung geht. Die Verpachtung von Agrarland sei dabei ein ebenso entscheidendes Thema wie die Ausfuhr von Gülle. Schon jetzt explodierten die Pachtpreise, berichtete Steinmann. Bernd Hante ging noch weiter: „Es werden Phantasiebeträge gezahlt, die niemand wieder reinwirtschaften kann.“

Von der katholischen Kirche wünscht sich der Lotter mehr Druck auf die Politik – und eine stärkere Unterstützung der Landwirte, die sich für soziale und ökologische Verbesserungen einsetzen. Reidegeld versprach, dieses Anliegen mitzunehmen. Er kritisierte in diesem Zusammenhang die Schizophrenie der Politik: „Das eine wird gefordert, das andere gefördert.“ Diese Widersprüchlichkeit müsse aufhören. In der Bevölkerung liege der Wunsch nach gesunder Ernährung mit regionalen Produkten im Trend: „Das ist eine Chance, auf die es zu reagieren gilt“, erklärte Reidegeld.


Text/Foto: Bischöfl. Pressestelle
28.02.2019

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