Vorsehungsschwestern verlassen Greven

Schwester Theresina (links) und Schwester Christin verlassen Ende August Greven. Dann wird die Niederlassung der Vorsehungsschwestern an der Naendorfstraße aufgelöst.

Der Abschied fällt Schwester Theresina Demond und Schwester Christin Gödde schwer. 18 Jahre war die eine der gute Geist der Altenheimkapelle, hat auf den Stationen im Gertrudenstift das Essen gereicht – oder den Bewohnern einfach zugehört. Die andere hat sich in den zurückliegenden sieben Jahren vor allem in der Pfarrei St. Martinus eingebracht, unter anderem mit dem Diakon die Caritassprechstunde für Menschen in Not eingerichtet. Zum 1. September nun werden die beiden über 80-jährigen Schwestern von der Göttlichen Vorsehung auf eigenen Wunsch Greven verlassen. Damit wird die dortige Niederlassung der Ordensgemeinschaft nach 116 Jahren aufgelöst.

Im Januar ist Schwester Lauda Rölver, die bis dahin Dritte im Bunde, plötzlich verstorben. Für die beiden anderen Ordensschwestern ein trauriger Anlass, darüber nachzudenken, wo und wie sie im Alter leben wollen. Denn eines war klar, Ordensnachwuchs würde es für die Kommunität in Greven nicht geben.

Dass sich ihr Abschied mehr oder weniger schnell und vor allem leise vollziehen wird, hatten die Schwestern nicht geplant. Lieber hätten sie viele der ihnen vertrauten Menschen noch einmal getroffen und persönlich mit ihnen gesprochen: „Aber jetzt ist es coronabedingt nun mal so“, nehmen sie die Situation an.

Schwester Christin wird ab dem Herbst in einem kleinen Konvent im ordenseigenen Altenheim Friedrichsburg in Münster leben. Schwester Theresina zieht mit ihren 80 Jahren nach Hamm-Heesen, wo sie in einer kleinen Gemeinschaft wohnen wird. Beide sind an ihren neuen Einsatzorten offen für neue Aufgaben.

Ihr bisheriger wurde 1904 von Pfarrer Schwering als Kindergarten sowie Koch- und Nähschule für junge Textilarbeiterinnen gegründet. Später wurde das Haus in ein Altenheim umgewandelt. Im zweiten Neubau des Gertrudenstiftes an der Fredenstiege leben heute mehr als 100 Senioren, die von fast ebenso vielen Mitarbeitenden in verschiedenen Wohnformen auf unterschiedliche Weise unterstützt werden.

Von Beginn an waren Schwestern von der Göttlichen Vorsehung eingebunden, betreuten tagsüber bis zu 150 Kinder und gaben zudem morgens und abends jungen Frauen Hauswirtschaftskurse. Einige der Fabrikarbeiterinnen hatten in den 1950-er Jahren ein Zimmer im Gertrudenstift. „Unsere Schwestern haben sie umsorgt und sich bemüht, ihnen das Elternhaus zu ersetzen“, weiß Schwester Christin aus alten Unterlagen der Gemeinschaft. Fast rund um die Uhr gab es für die Schwestern etwas zu tun.

Sie selbst war viele Jahre in Quedlinburg in Sachsen-Anhalt und baute dort ein Frauen- und Kinderhaus auf. Ehrenamtlich kümmerte sie sich zudem bei der Stiftung „Netzwerk“ um Schwangere, Alleinerziehende und Familien mit Kindern. Als sie vor sieben Jahren nach Greven kam, suchte sie den Kontakt zur Pfarrei. Neben der Caritassprechstunde engagierte sich die 82-Jährige in weiteren Gruppen, beispielsweise im Ökumene-Kreis und bei den Lektoren sowie Kommunionhelfern: „Diese Arbeit mit Menschen hat mir immer große Freude bereitet“, zieht Schwester Christin ihre persönliche Greven-Bilanz.

Die Einschränkungen der vergangenen Wochen und Monate lassen die beiden Ordensschwestern manchmal ein wenig traurig werden: „Gemeinschaft gehört für uns zum täglichen Leben.“ Doch wissen sie natürlich auch, wie wichtig alle Vorsichtsmaßnahmen sind. Zum morgendlichen Gebet gehen Schwester Theresina und Schwester Christin inzwischen wieder in die Kapelle des Gertrudenstiftes. Bewohner des Altenheimes kommen aber nicht dazu.

Ihre Verabschiedung mit einem Gottesdienst ist für den 22. August geplant. Ob es einen Empfang geben wird, ist fraglich. Eher nicht.


Text/Foto: Bischöfl. Pressestelle
21.07.2020

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