Das Kreisdekanat Steinfurt

Das Kreisdekanat Steinfurt ist flächenmäßig sehr groß von Ochtrup bis Westerkappeln, von Altenberge bis Rheine und Hopsten.

Der Kreis Steinfurt umfasst 24 politische Orte (10 Städte und 14 Gemeinden), hat über 444.444 Einwohner und ist 1.772 km² groß. Der Kreis Steinfurt ist nach dem Hochsauerlandkreis flächenmäßig der größte Kreis in ganz Nordrhein-Westfalen.

Vom dörflichen Flair der kleinen Gemeinden wie Ladbergen, Laer, Metelen oder Saerbeck mit rund 7.000 Einwohnern über die Bergwerkstadt Ibbenbüren mit über 51.000 Einwohnern bis zur größten kreisangehörigen Stadt Rheine mit über 76.000 Einwohnern bietet der Kreis viele Perspektiven. Tecklenburg ist einer der beliebten Ausflugsorte im Kreis – nicht nur für die Niederländer.

Etwa 60 Prozent der Einwohner sind Katholiken – fast 262.000. Sie leben in 37 Pfarrgemeinden, die wiederum in fünf Dekanaten zusammengefasst sind.

Teilbereiche des Tecklenburger Landes sind stärker evangelisch, der Altkreis Steinfurt stärker katholisch geprägt. Ungefähr 87.000 Einwohner sind evangelisch; sie gehören drei Evangelischen Kirchenkreisen an.

Die Zahl der Einwohner jüdischen Glaubens im Kreis Steinfurt ist verhältnismäßig gering – ihr Schicksal in der NS-Zeit ist u.a. im Buch „Synagogen im Kreis Steinfurt“ dokumentiert, das 2004 vom Kreis Steinfurt verlegt wurde.

Die Bevölkerungsprognose ist nach wie vor wachsend - neuerdings eher durch Zuzug als durch jahrelangen Geburtenüberschuss. Denn auch im Kreis Steinfurt ist der Trend zur kleinen Famile längst angekommen. Dennoch ist der Altersdurchschnitt im Kreis Steinfurt geringer als im Bundesland NRW und in der Bundesrepublik.

Entstanden ist der Kreis Steinfurt nach der kommunalen Neugliederung im Jahre 1975 aus den Altkreisen Steinfurt, Tecklenburg sowie Teilen des ehemaligen Kreises Münster. Wobei Teile des Tecklenburger Landes in früheren Jahrhunderten zum Bistum Osnabrück gehörten.

Im Jahr 2004 hat der Kreis Steinfurt das 750 Jahre alte, lange Zeit leer stehende ehemalige Zisterzienserinnenkloster aus dem Jahr 1256 in Hörstel-Gravenhorst zu einem Kunstkloster umgebaut. Von den im Mittelalter gegründeten Klöstern und Stiften im heutigen Gebiet des Kreisdekanates Steinfurt ist es das am besten erhaltene. Zu den bedeutendsten sakralen Bauten gehört die ehemalige Klosterkirche, die zu einer Rektoratskirche für die Katholiken umgewandelt wurde. Die Klosterkirche St. Bernhard beherbergt in ihrem Inneren auch einen reichhaltigen, bibliothekarisch wertvollen Schatz an theologischen Schriften. Sie stammen zu etwa drei Vierteln aus der Blütezeit des Klosters, dem 18. Jahrhundert. Das älteste Werk aus der Sammlung, die aus größtenteils lateinischen Schriften besteht, wurde im Jahr 1477 in Köln veröffentlicht. Die Sammlung des Klosters, das zwischenzeitlich auch als überkonfessionelle Schule gedient hat, umfasst 732 Titel und wurde von der Universitäts- und Landesbibliothek Münster restauriert. Ähnlich bedeutsam ist die Stiftsbibliothek Metelen. Als das Kloster Gravenhorst 1808 durch den preußischen Staat zwangsweise aufgelöst wurde, verlor die Region zudem einen wichtigen Arbeitgeber.

Handel, Handwerk, Gewerbe, Industrie, öffentliche Dienstleistungen, eine gute Verkehrsanbindung mit dem Internationalen Flughafen Münster/Osnabrück (FMO) in Greven (mit rund 1,5 Millionen Fluggästen bei über 40.000 Starts und Landungen im Jahr unser Tor zur großen weiten Welt), Land-, Wald- und Forstwirtschaft prägen den Kreis ebenfalls.

Bezeichnend für den Kreis Steinfurt ist die hohe Eigenheim- und die traditionell im Vergleich zu NRW niedrige Erwerbslosenquote. Bei den Jugendlichen unter 25 Jahren ist sie die geringste im Land Nordrhein-Westfalen. Auch für die älteren Erwerbslosen ist sie seit langer Zeit immer eine der niedrigsten in NRW – trotz vielfachen Strukturwandels in der Wirtschaft.

Die überwiegend ländliche Prägung des Kreises Steinfurt zeigt sich nicht nur in der schönen Parklandschaft mit den teils jahrhundertealten Sehenswürdigkeiten. Das liebevoll gestaltete Radwegenetz mit über 1.000 km Länge wird behutsam mit der Moderne verbunden und immer weiter ausgebaut.

Der „Zukunftskreis Steinfurt“ strebt ferner die Verknüpfung von breit gefächerten Bildungssystemen und Wirtschaft an und zeigt gleichzeitig, dass der ständige Dialog mit Bürgern, Gästen, Firmen und Kirchen einen Standortvorteil für alle Beteiligten darstellt.

Das gute Miteinander zwischen den Konfessionen und Religionen ist sicht- und spürbar. In vielen Fragen setzen zumindest die beiden großen Konfessionen auf eine gemeinsame Haltung.

Diese Standortvorteile einschließlich der Vermittlung christlicher Werte für künftige Generationen zu bewahren und weiter zu entwickeln, haben sich viele Akteure im Kreis Steinfurt auf die Fahnen geschrieben.
Schließlich fühlen sich viele Familien auch dank der vielfältigen Freizeitmöglichkeiten im Kreis Steinfurt wohl, leben hier gerne, sind glücklich über ihre Heimat, und stellen dem Kreis Steinfurt in punkto Lebensqualität Bestnoten aus, wie eine Befragung des Emnid-Institutes ergeben hat. Ein Gefühl der Zufriedenheit und Geborgenheit trägt zur Verwurzelung und Verbundenheit aber auch zur Flexibilität und Leistungsfähigkeit des Kreises bei.

Das Münsterland und der Kreis Steinfurt gehören zu den wirtschaftsstärksten Regionen in NRW und zu den jüngsten in Deutschland. Das durchschnittliche Alter in Lebensjahren beträgt im Münsterland 39,9 Jahre; im Kreis Steinfurt sind es 39,8 Jahre. Der Durchschnittsdeutsche ist nach einer Erhebung aus 2007 42,9 Jahre alt.

Im Kreis Steinfurt ist ein Menschenschlag zuhause, der traditionell die Dinge selbst in die Hand nimmt und sich nicht so sehr nur auf andere verlässt. Die Menschen haben gelernt, aus wenig viel zu machen und mit einfachen Mitteln zu überleben.

Sicher ist auch, dass die Region ursprünglich katholisch war.
Familien- und Nachbarschaftshilfe sowie klare soziale Regeln bilden Grundpfeiler des Zusammenlebens, prägende Elemente wie Fleiß, Solidarität, Bodenständigkeit sind geblieben und früh durch Weltoffenheit ergänzt worden. Dieses Sozialkapital ist die Basis für die weitere Entwicklung. Eigene Potenziale und Fähigkeiten zu entwickeln sind dabei gute Eigenschaften, die für die Gesellschaft immer wichtiger werden.

Viele Bürger wollen die Gesellschaft aktiv mitgestalten und tun dies über das freiwillige Ehrenamt. Sie wollen mit anderen Engagierten zusammenkommen und mit diesen gemeinsam etwas bewegen.
Ob jung oder alt, Frau oder Mann, viele sind in breit gefächerten Aufgabenbereichen und in verschiedenen Diensten aktiv. Besonders Frauen und Ältere leisten im hohen Maß soziale Unterstützung für andere, vorrangig im innerfamiliären Bereich, in der Kinderbetreuung und Pflege. Die Bürger engagieren sich in Vereinen und den Kirchen. Mitglieder der Kirche und kirchliche Gruppen engagieren sich neben dem originären kirchlichen Bereich auch in der Schule, im Bereich Sport, Freizeit, Politik, Geselligkeit und unterstützen bürgerschaftliche Aktivitäten vor Ort. Die christlichen Grundeinstellungen haben das Brauchtum und die Regeln des Miteinanders geprägt. Die Bedeutung von religiösen Zeremonien und wichtigen Feiern ist weiterhin ungebrochen. Die Aufgabe der Kirche, Werte zu vermitteln, wird geschätzt.

Der soziale Zusammenhalt ist ein Rezept für den Erfolg im Kreis Steinfurt. Im Zentrum des Erfolgs stehen die Menschen. Sie sorgen dafür, dass soziale Netzwerke sich entwickeln, dass notwendige Informationen fließen, dass sich Vertrauen aufbaut, dass Menschen auch künftig bereit sind, Solidarität zu üben, Verantwortung zu übernehmen und zusammenzuarbeiten. Das Miteinander stärkt das "Wir"-Gefühl, in dem die Kirchen eine wichtige Rolle spielen.

Das wichtigste nachwachsende Gut sind seine jungen Menschen, die gleichermaßen Herausforderung und „Kapital“ für die Zukunft des Kreises sind.

Wer sich auf den Weg macht zu den zahlreichen Stätten und Treffpunkten des Glaubens, wird Kirche in vielfältiger Form und Weise erleben, kann dadurch in allen Kirchengemeinden den Glauben erfahren, vom breiten Angebot der Gemeindearbeit viel erleben und gern auch aktiv mitgestalten helfen.
Kirche ist mehr als Struktur. Kirche ist mehr als Finanzen. Kirche ist in erster Linie das hoffnungsvolle Engagement vieler Frauen, Männer, Kinder und Jugendlicher, die ehren- wie hauptamtlich aus dem Glauben heraus tätig sind. Sie sind lebendige Schätze der Kirche auch im Kreisdekanat Steinfurt. Sie sorgen dafür, dass die vitale Botschaft der Kirche erkennbar und wirksam präsent ist.

Die Kirchen selbst stehen meist offen, heißen jeden Interessenten willkommen.
Sie sind für Gläubige ein geweihter Raum, ein Haus Gottes. Dort kamen und kommen in aller Regel viele Generationen vorbei und herein, mit ihrer größten Freude und ihrem tiefsten Kummer, in entscheidenden Momenten des Lebens, werktags, sonn- und feiertags oder auch nur mal so.
Kirchen sind in erster Linie eine Stätte des Gebetes und der Ruhe, in denen sich jeder Gläubige der tiefsten Lebensquelle nähern kann wie auch jeder Wissbegierige.
In jeder Kirche ist der Besucher kein Fremder, denn Gott wartet dort mit seiner Liebe auf jeden. Dazu laden wir Sie gerne ein.

Der Kreis Steinfurt ist mit seinen Kirchen vielseitig, besonders und mit jugendlichem Flair ausgestattet. Es lohnt sich immer, ihn mit allen Sinnen zu entdecken.